Die Mehrwertsteuer in Deutschland

Die Geschichte der Mehrwertsteuer – von 1918 bis heute

Mit der Mehrwertsteuer wurde im Jahr 1918 eine Steuer eingeführt, die dem maroden Deutschland nach dem Ende des Ersten Weltkriegs helfen sollte, wieder auf die Beine zu kommen. In den letzten Jahren wurde die Mehrwertsteuer immer wieder erhöht – genau genommen wurde die Mehrwertsteuer im Normalsatz um 9 Prozent und der ermäßigte Steuersatz um 2 Prozent in den letzten 45 Jahren angehoben. Seit dem Jahr 2007 liegt der Steuersatz bei 19 Prozent bzw. bei 7 Prozent. Eine Änderung des Steuersatzes der Mehrwertsteuer ist in naher Zeit nicht geplant bzw. wird auch nicht diskutiert werden. Man kann davon ausgehen, dass auch in den nächsten Jahren der Steuersatz bei 19 Prozent bzw. 7 Prozent bleiben wird (siehe mwst-rechner.com).

Die deutschlandweiten Einnahmen der Mehrwertsteuer von November 2012 bis November 2013

Von November 2012 bis November 2013 wurden in Deutschland monatlich rund 17,14 Milliarden Euro an Mehrwertsteuer eingenommen. Vor allem rund um die Weihnachtsmonate November und Dezember erwachsen Jahr für Jahr neue Rekordwerte. In der Statistik der Mehrwertsteuer ist jedoch genau aufgelistet, welches Monat stärker und welches Monat schwächer vertreten ist. Von November 2012 bis November 2013 wurden in Deutschland rund 215 Milliarden Euro eingenommen.

Der Jahresdurchschnitt lag bei 17,14 Milliarden Euro

Im November lag der Wert knapp oberhalb des Durchschnitts. Insgesamt wurden 17,37 Milliarden Euro an den Finanzminister überwiesen (siehe Wikipedia). Im Dezember lag der Wert überraschend unter dem Durchschnitt mit einer Summe von 17,13 Milliarden Euro. Der Januar 2013 war wie gewohnt eher schwächer. Hier wurden rund 15,51 Milliarden Euro an den Finanzminister überwiesen. Stark bei der Mehrwertsteuer war der Februar 2013. Mit 19,66 Milliarden Euro liegt der Februar im Jahr 2013 an der Spitze und deutlich über den Jahresdurchschnitt mit 17,14 Milliarden Euro. Der März hingegen zeigt ein komplett anderes Bild. Hier lag der Wert bei gerade einmal 14 Milliarden Euro. Nach einem Februar-Hoch folgt somit ein März-Tief. Werte, die jedoch keine Seltenheit sind. Vor allem im März und April scheint der Umsatz nur gering zu sein.

März und April gelten als schwächste Monate; der Februar sorgte für Rekorde

Das liegt vor allem an der Kaufkraft der Deutschen. In den Monaten März und April wird oftmals bereits schon auf den Urlaub gespart. Hier werden nur wenige Anschaffungen getätigt. Auch der April liegt mit einer Summe von 14,01 Milliarden Euro weit unter dem Durchschnitt und liegt am vorletzten Platz in der Wertung. Im Mai 2013 gab es einen Aufstieg. Hier lag der Wert bei 17,37 Milliarden Euro. Im Juni hingegen sank die Mehrwertsteuer wieder auf 15,75 Milliarden Euro bzw. wurde auch im Juli mit 15,95 Milliarden Euro nur marginal stärker. Der August hingegen konnte wieder ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen. Hier lagen die Einnahmen bei 17,26 Milliarden Euro. Im September 2013 wurden 16,83 Milliarden Euro verbucht. Der Oktober wurde wieder etwas schwächer – hier liegt der Wert bei 16,12 Milliarden Euro. Der November hat bereits wieder das Vormonat vor Weihnachten eingeläutet. Hier lag der Wert bei 17,14 Milliarden Euro und entspricht dem Jahresdurchschnitt. Im Vergleich zu November 2012 lag der November 2013 jedoch dahinter.

Das Problem mit dem Mehrwertsteuerbetrug

Man könnte glauben, dass das Gesetz sicher ist und Betrug fast schon auszuschließen sei. Außerdem zeigen die Zahlen von Mehrwertsteuereinnahmen in der Höhe von 215 Milliarden Euro, dass sehr wohl das System funktioniere. Doch Jahr für Jahr werden Statistiken und Studien veröffentlicht, die beweisen, dass immer noch der Steuerbetrug für viele Verbraucher normal ist. Rund 30 Milliarden Euro entgehen dem Land Deutschland pro Jahr auf Grund von Steuerbetrug. Eine Summe, die sehr wohl auch in der Europäischen Union ein Alarmzeichen darstellt. Wobei nicht nur Deutschland mit dem Mehrwertsteuerbetrug zu kämpfen hat. Auch andere Länder haben hier sehr wohl gröbere Probleme (weiterführender Link: Sueddeutsche.de).

Deutschland verpasst pro Jahr zwischen 25 Milliarden Euro und 30 Milliarden Euro

Auch wenn Deutschland bei den verpassten Steuereinnahmen durch betrügerisches Vorgehen unter dem EU-Durchschnitt liegt, so bedeutet das nicht, dass nicht sehr wohl darauf geachtet wird, dass die Zahlen nicht steigen. In Deutschland gilt der Steuerbetrug noch immer als Kavaliersdelikt – doch Steuerbetrug zählt schon lange nicht mehr als kleines Vergehen. Wer tatsächlich beim Steuerbetrug erwischt wird, kann mit hohen Geldstrafen wie Freiheitsstrafen rechnen. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass sehr wohl die Steuerabgabe der Mehrwertsteuer ordnungsgemäß durchgeführt wird bzw. der Kunde diese auch zu bezahlen hat. Viele Unternehmen präsentieren günstigere Angebote, weil die Steuer nicht eingerechnet wurde. “Ohne Rechnung” lautet das Zauberwort und bedeutet, dass “steuerschonend” gearbeitet bzw. verrechnet wird. Eine Vorgehensweise, die zwischen 25 Milliarden Euro und 30 Milliarden Euro Jahr für Jahr dem Staat verloren geht.

Das Problem betrifft die gesamte EU

Das Steuerproblem herrscht aber nicht nur in Deutschland. Auch in anderen EU-Staaten scheint man das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Ob es Österreich, Frankreich oder Italien ist – es sieht fast so aus, als würde man das Risiko permanent in Kauf nehmen. Schlussendlich liegt die Dunkelziffer der Steuersünder wohl höher, sodass die Summen von 25 Milliarden Euro bis 30 Milliarden Euro wohl in Deutschland noch relativ untertrieben sind. Die Mehrwertsteuer, welche in Deutschland mit 19 Prozent und 7 Prozent eingehoben wird, stellt eine der Massensteuern dar, die auch die höchsten Steuereinnahmen des Landes darstellt. Seit dem Jahr 1968 gibt es die heute bekannte Mehrwertsteuer, welche das letzte Mal im Jahr 2007 erhöht wurde. 1968 lag die Mehrwertteuer bei 10 Prozent bzw. 5 Prozent und wurde in den letzten 45 Jahren um jeweils 9 Prozent auf 19 Prozent bzw. 2 Prozent auf 7 Prozent erhöht.